PRODROMUS Konstanz

"Ein Maler ist verloren, wenn er sich findet", Max Ernst (2.4.1891-1.4.1976)

Was uns motiviert

In unserer modernen Welt, in der alles etwas will, alles eine Funktion und einen Zweck hat, vermissen wir manchmal Sinn, Tiefe und Ausdruck, und manchmal sehnen wir uns auch nach Räumen und Betätigungen, in denen die Frage nach dem Zweck nicht gestellt wird. Was uns heute bewegt, war offensichtlich bereits nach dem Krieg bedenkenswert. So schrieb der Philosoph Romano Guardini im Jahr 1947 in dem sehr schönen Aufsatz „Über das Wesen des Kunstwerks“, dass „das Kunstwerk wohl einen Sinn habe, aber keinen Zweck“. Es (das Kunstwerk) "beabsichtigt" nichts, sondern "bedeutet"; es "will" nichts, sondern "ist". Dieser Aufsatz kam mir vor einigen Jahren in die Hände, und er inspirierte mich bei der Gründung der Galerie sowie bei der Vorbereitung der Ausstellung „Kunst & Technik“ mit dem Künstler Patrick Rocard im Sommer 2015.  

Wenn wir heute nach Sinn, Tiefe, Ausdruck und Freiheit von Zwecken suchen, dann finden wir diese vielleicht in der Beziehung zu einem Kunstwerk, eventuell sogar zu einem Künstler, an dessen Sicht auf unsere Welt wir Anteil nehmen können. PRODROMUS will Kunstinteressierte und Künstler zusammenbringen, und wir wünschen Ihnen mit den Worten von Romano Guardini, dass es Ihnen so geht wie vielen vor Ihnen: dass nämlich das Kunstwerk „so überflüssig vor allen praktischen Massstäben, doch so unentbehrlich wird bei jedem, in dessen Leben es einmal eingegangen ist“.

Romano Guardini 1947: „Über das Wesen des Kunstwerks“

Verlagsgemeinschaft Topos plus, Kevelaer